Dominikus Zimmermann

30. Juni 1685 – 16. November 1766

 

 Am 16. November 2016 jährt sich der Todestag von Dominikus Zimmermann zum 250. Mal. Das nimmt die Stadt Landsberg am Lech zum Anlass, ganzjährig an diesen bedeutenden Bürger und Künstler der Stadt zu erinnern. Dominikus Zimmermann zählt neben Balthasar Neumann und Johann Michael Fischer zu den bedeutendsten Rokokoarchitekten Bayerns und Deutschlands. Sein Hauptwerk, die Wieskirche im Landkreis Weilheim-Schongau, ist als UNESCO-Weltkulturerbe ein Aushängeschild Bayerns.

 

Zimmermann wurde in Wessobrunn als Sohn des Stuckateurs Elias Zimmermann geboren (die dem Kloster Wessobrunn gehörige Ortschaft trug damals den Namen Gaispoint) und am 30.6.1685 dort getauft. Über Zimmermanns Ausbildung und Wanderjahre ist wenig bekannt. Ab 1708 bis 1716 lebte er in Füssen und arbeitete wohl als Mitarbeiter für den Barockbaumeister Johann Jakob Herkomer und schuf auch selbständig Werke wie Stuckausstattungen und Stuckmarmoraltäre in Bayerisch-Schwaben bis in die Schweiz. Erst später arbeitete Zimmermann auch als Baumeister und Architekt.

 

Dass Zimmermann das Kurfürstentum Bayern verließ und sich erst 1716 wieder dort niederließ, lag wohl auch daran, dass Bayern bis zum Frieden von Utrecht (1714) im Spanischen Erbfolgekrieg durch die Österreicher besetzt war. Neben den fehlenden Erwerbsmöglichkeiten im kriegsgebeutelten Bayern waren auch wehrfähige Männer wie Zimmermann stets in Gefahr, zu den österreichischen Truppen gepresst zu werden. Nach dem Friedensschluss war diese Gefahr vorbei und es gab auch enormen Nachholbedarf im Bauwesen. So siedelte die Familie Zimmermann 1716 nach Landsberg am Lech über und der Stuckateur wurde Bürger der Stadt. Die Stadt Landsberg ließ von 1718 bis 1721 ihr neues Rathaus durch Dominikus Zimmermann mit einer neuen prachtvollen Fassade und Stuck im Inneren versehen. Diese Arbeiten verrechnete man mit der Bürgeraufnahmegebühr, die eine beträchtliche Summe darstellte. Fast vierzig Jahre lang baute und stuckierte Zimmermann nun von Landsberg aus Kirchen, Klöster, Pfarrhöfe und Privathäuser, darunter als Hauptwerke die Wallfahrtskirche Steinhausen, die Frauenkirche Günzburg oder die Wallfahrtskirche zum gegeißelten Heiland in der Wies.

 

Als angesehener Bürger wurde Dominikus Zimmermann 1734 in den Inneren Rat der Stadt und 1748 bis 1753 in das Bürgermeisteramt, das einer der vier Bürgermeister jährlich immer ein Vierteljahr lang zu versehen hatte, gewählt.

 

Dominikus Zimmermann wurde politisch gesehen zur Zeit des Absolutismus 1685 - übrigens im selben Jahr wie Bach und Händel - geboren und lebte bis zur Frühaufklärung. Künstlerisch durchlebte er die Phasen des Hoch- und Spätbarock und des Regence-Stils bis zum Rokoko, das er mit seiner Dekorationsarchitektur und seinem Ornamentstil mit formte. Als Schöpfer der bekanntesten Rokokokirche überhaupt, der Wies, in der die Architektur in Ornament übergeht, wurde er populär. Hier und bei den weiteren Hauptwerken verstand er es meisterhaft, Längs- mit Zentralbauten zu verschmelzen. Als Landsberger Stuckateur und Baumeister prägte er das süddeutsche Spätbarock und Rokoko entscheidend mit.

 

Um 1755 verließ Dominikus Zimmermann nach dem Tod seiner Frau Landsberg. Er baute sich neben der Wieskirche ein kleines Haus um seinen Lebensabend dort zu verbringen. Am 16.11.1766 starb er und wurde wohl im Friedhof von Steingaden beigesetzt

 

 

Werner Fees-Buchecker, Stadtheimatpfleger